Chinesische Luxus-Schuhmarke erobert die Welt – wie sheme Kulturen verbindet

Eine kleine Werkstatt in Chengdu, handgestickte Pumps und ein fester Platz bei Fashion-Shows in der ganzen Welt? Noch nie von sheme gehört? Dann wird es jetzt aber Zeit! Wir schauen uns die Marke genauer an, die beim jungen Publikum immer beliebter wird.

Die Marke sheme mischt seit rund drei Jahrzehnten Sichuan-Stickkunst mit der Ästhetik chinesischer Volksgruppen – und taucht dabei gerade auffällig oft in deutschen Zeitungen auf.

Zeit, sich die Marke genauer anzuschauen: woher sie kommt, was sie bislang erreicht hat, was ihre neueste Kollektion ausmacht – und warum sie jetzt für ein jüngeres Publikum spannender wird.

sheme: ethnische Symbole als Trendmode

Gegründet hat sheme die Designerin Linda Liu, auf Chinesisch Liu Qiongying, 1998 in Chengdu. Die Idee dazu entstand auf einer Kenia-Reise 1997:

Ein auffliegender Flamingoschwarm soll Liu jene Mischung aus Eleganz, Unabhängigkeit und Stärke gezeigt haben, die seither jede Kollektion prägt.

Zum Markenzeichen wurden dabei besonders hohe Plateau-Absätze – die ersten davon entwarf Liu ursprünglich aus Liebe zu ihrem deutlich größeren Mann.

Sichuan-Stickerei und Lederflechtkunst Chinas

Aus dieser Mischung ergibt sich bis heute die Designidee der Marke.

Es geht nicht darum, die Sprache westlicher Luxuslabels zu kopieren, sondern darum, chinesische Symbole und traditionelles Handwerk in zeitgenössische Schuhe zu übersetzen.

Dazu gehören Sichuan-Stickerei oder Lederflechtkunst aus dem traditionellen Reich der Mitte. Im sheme-Studio arbeiten Designer:innen aus Italien und ganz China zusammen.

 

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Handwerkkunst und Aufstieg als starke Marke

sheme ist inzwischen in 107 Ländern als Marke geschützt, hält rund 180 Patente und knapp 500 Urheberrechte.

2023 wurde die Gesellschaft hinter sheme als „nationale Vorzeigeeinheit für Urheberrecht“ (全国版权示范单位) ausgezeichnet. Dazu kommt eine Kooperation mit der britischen Royal School of Needlework.

Auch die Pflege traditioneller Sichuan-Sticktechniken wie dem „Schwebenden Stich“ oder der Kreuz-Goldstickerei ist zentral – alles in Handarbeit, ergänzt um handgeflochtene Lederknoten und Kristallbesatz.

Jingpo-Kollektion und großer Presseauftritt 2025

Im Juli 2025 zeigte sheme bei den Düsseldorf Fashion Days seine Herbst-Winter-Kollektion, inspiriert vom Munao-Zongge-Fest der Jingpo-Volksgruppe aus Südwestchina

Dabei war sheme die einzige chinesische Marke überhaupt auf dem offiziellen Laufsteg. Große deutschen Medien berichteten darüber, wie sheme mit seinen perlen-, feder- und stickereiverzierten Pumps den Auftakt der Schauen auf dem Corneliusplatz machte.

Als „Topact“ lief die damals 26-jährige Düsseldorfer Studentin Lea Oude Engberink, Siegerin von Germany’s Next Topmodel 2024, über den Laufsteg, was für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte.

Schmuckdesignerin nennt Schuhe „wirklich Kunst“

Wenig später widmete Die Welt der Kollektion eine ganzseitige Reportage unter dem Titel „Designerin setzt auf Tradition als Trend“. Die Kollektion bestand aus drei Linien:

„Rhythmic“ in Schwarz als Symbol für die stille Kraft der Erde, „Fairy“ mit Federn und Perlen als Anspielung auf tanzende Vögel, und „Ceremony“ in kräftigem Rot für die Energie des Festes.

Die deutsche Schmuckdesignerin Kati Schoen nannte die Schuhe darin „wirklich Kunst“; Andrea Greuner von Fashion Net Düsseldorf e. V. beschrieb sheme als „einzigartig in seinem chinesischen Erbe und zugleich international“.

Begeisterte Berichterstattung in Ost und West

Auch China Daily berichtete ausführlich und ordnete die Kollektion in ein größeres Projekt ein.

Ausgangspunkt der seit 2021 laufenden Reihe „56 Volksgruppen“ war die Geschichte einer Stickerin aus der Qiang-Gruppe, die 2011 ins Unternehmen eingetreten war.

Beide Artikel stellten sheme dabei in eine Reihe mit anderen chinesischen Marken, die international gerade groß rauskommen – etwa BYD, DJI, DeepSeek oder die Sammelfigur Labubu.

Neue Kollektion von sheme über Tujia aus Enshi

Als zwölfte Station der Reihe „Kulturreise durch 56 Volksgruppen“ widmet sich die aktuelle Kollektion der Tujia-Volksgruppe aus Enshi in der Provinz Hubei.

Auch das chinesische Staatsfernsehen CCTV hat darüber in seinem beliebten Kulturformat „Wenhua shifen 文化十分“ bereits berichtet.

Verständlicherweise schaut man in uns aus China nicht ohne Stolz auf den großen Erfolg der besonderen Luxusmarke, die so großen Wert auf die kulturelle Herkunft und Verbindung legt.

Nachbarschaftshilfe und Bauweise der Tujia

Die Inspiration der aktuellen Kollektion kann als wichtige Botschaft für die ganze Welt dienen: Es geht um die traditionelle Nachbarschaftshilfe der Tujia und die Bauweise ihrer Stelzenhäuser.

Zapfenverbindungen, geschwungene Dachtraufen, Morgennebel in den Bergen und aufsteigender Küchenrauch werden hier zu Design, das in anspruchsvoller Kunstmode verewigt wird.

Das geschieht etwa in Form einer dreidimensionalen Lederplastik der Dachstruktur, eines skulpturalen „Kürbis-Absatzes“ und mehrlagiger Shu-Stickerei mit Kristallbesatz.

Kunstvolle und traditionsreiche Volksgruppen

Anders als die Jingpo-Kollektion aus dem Vorjahr ist „Hubei Enshi · Tujia“ die ganz frische Interpretation derselben Idee. Sie dreht sich um die Motive des Morgennebels und Küchenrauchs des historischen Dorfes Pengjiazhai in der chinesischen Provinz Hubei.

Jede Saison wird eine neue Volksgruppe als Ideenquelle genommen: Jede Volksgruppe wird kunstvoll und traditionsreich mit ihrer eigenen Geschichte in Szene gesetzt.

 

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Warum sheme gerade jetzt zum Trend wird

Ganz neu ist der Blick auf ein jüngeres Publikum bei sheme nicht: Schon 2019 stand die Marke gemeinsam mit dem Streetwear-Kinderlabel YE³ für die Show „Chinesische Kindheit“ auf der Bühne.

Inzwischen ist daraus eine spürbar selbstbewusstere, digitalere Präsenz geworden – von Social-Media-Auftritten bis zu Kollaborationen, die weit über klassische Haute-Couture-Kreise hinausreichen.

Begeisterung für chinesische Marken wie sheme wächst

sheme reitet dabei auf einer Welle, die gerade ohnehin unaufhaltsam wirkt: Chinesische Marken erleben international gerade einen echten Lauf.

Von Elektroautoherstellern bis zur Sammelfigur Labubu, und „Made in China“ steht plötzlich für Kreativität statt nur für Masse.

Mode, Handwerk und Tradition als Kulturbrücken

Mit ihrem Prinzip „eine Volksgruppe pro Saison“ liefert sheme dafür genau die richtige Mischung: greifbare Geschichten, echtes Handwerk und eine visuelle Sprache, die auf Instagram genauso funktioniert wie auf dem Laufsteg.

Kein Wunder, dass die Marke von Saison zu Saison sichtbarer wird – und längst nicht mehr nur bei eingefleischten Fashion-Insidern.

Wer sich die aktuelle Kollektion direkt ansehen möchte: Bilder und Produkte gibt es auf der offiziellen Markenseite sheme.eu.

Wir lieben die Marke schon jetzt! 

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