Periodenunterwäsche im Test 2022 – Erfahrungen, Nachhaltigkeit und Sparen

Jede Frau kennt sie, sie begleitet uns einige Jahrzehnte und kehrt monatlich wieder – die weibliche Menstruation. In den letzten Jahren sind immer mehr Stimmen laut geworden, die sowohl auf den finanziellen als auch auf den ökologischen Aspekt der Menstruation hinweisen und das aktuelle System infrage stellen. Periodenunterwäsche im Test 2022 – Erfahrungen, Nachhaltigkeit und Sparen.

Periodenunterwäsche im Test bzw. was kostet die Menstruation?

Statistisch gesehen menstruieren Frauen in Deutschland zwischen dem 13. und dem 51. Lebensjahr, was einige Jahrzehnte an extra finanzieller Belastung bedeutet. Da jede Menstruation sehr individuell ist und jede Frau verschiedene Hygieneartikel benutzt, ist es schwer, pauschale Aussagen zu treffen.

Tampons sehr weit verbreitet

Dennoch: die Mehrheit der Frauen greift zu Tampons (ca. 76% laut femeda.de) von denen die Packung im Drogeriemarkt oder Supermarkt etwa Euro € für 64 Tampons kostet.

Laut Hersteller müssen Tampons alle sechs Stunden gewechselt werden, bei einer fünftägigen Blutung ergibt das 20 Tampons. Klingt erst mal nicht nach sehr viel?

Nun ja, rechnen wir mal weiter. Bei 456 Perioden (zwischen 13 bis 51 Jahren) werden 143 Packungen von je 64 Tampons zu fünf Euro verbraucht und es entstehen Kosten von 715 €. Doch schon eine Stange Geld, oder?

Durchschnittliche Kosten der Periode

Zusätzlich nutzen viele Frauen auch Binden oder Slipeinlagen, da liegen die Preise je nach Hersteller deutlich höher. Laut einer britischen Umfrage Money Saving Heroes geben Frauen im Durchschnitt pro Monat folgendes für ihre Periode aus.

  • 14 € für Binden, Tampons, Cups, Slipeinlagen
  • 5 € für Schmerzmittel
  • 8 € für sonstige Hygieneartikel wie Wärmepflaster oder Fleckensalz

Weitere Kosten entstehen durch verschmutze Wäsche, die teilweise neu gekauft werden muss. Diese Ausgaben haben nur wenige auf dem Schirm, aber sieh erhöhen ebenfalls die Gesamtkosten.

Zwischenfazit – die Periode ist teuer!

Je nach Bedarf und Verbrauch benötigen Frauen mindestens 15 bis 20 € monatlich für ihre Menstruation, in der Regel liegen die Kosten weitaus höher. Entsprechend kommen Frauen im Jahr auf rund 500 € an Mehrkosten kommen. Ein Batzen Geld!

Schauen wir uns jetzt auch den Harz IV-Regelsatz von 16 €  für sämtliche monatliche Hygieneartikel an – inklusive Zahncreme, Sonnenmilch, Seife, Haarwaschmittel. Dieser liegt gerade einmal bei 16 €!

Wie Frauen mit wenig Einkommen hier vernünftig klarkommen sollen, ist ein Rätsel. Generell herrscht viel Ungerechtigkeit, was das Thema weibliche Hygieneartikel angeht.

Periode als Luxus oder Armutsfaktor?

Seit einiger Zeit werden Stimmen lauter, dass Hygieneartikel weniger besteuert werden sollten, um zumindest finanziell eine kleine Entlastung zu erlangen.

Außerdem gibt es an immer mehr Schulen die Diskussion, dass Tampons und Binden kostenfrei zur Verfügung stehen sollten. Denn besonders kinderreiche Familien sind in Deutschland von Armut betroffen und die Mädchen können sich kaum Periodenartikel leisten.

Massive Periodenarmut in Deutschland

Hier spricht man auch von Periodenarmut, die längst auch in Deutschland angekommen ist. Laut Utopia sind in ganz Deutschland 100.000 Frauen betroffen, meist Obdachlose, aber auch Familien mit vielen Mädchen.

Übrigens: Das Informationsportal erdbeerwoche informiert und setzt sich aktiv für einen kostenfreien  Zugange für Menstruationsprodukte ein. Es lohnt sich sehr, bei Interesse einmal vorbeizuschauen.

Es lässt sich also nochmals festhalten, dass die Periode nicht nur finanzielle ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern darstellt, sondern auch die soziale Ungleichheit verstärkt.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Monatliche Müllberge durch Periode

Neben der finanziellen Belastung für Frauen, stellen Hygieneartikel auch einen erheblichen Müllberg dar. Bis zu 17 000 Binden oder Tampons verbraucht eine menstruierende Person im Laufe ihres Lebens.

Und für die Herstellung der Wegwerfprodukte werden eine große Menge an Rohstoffen wie Holz, Baumwolle oder Erdöl benötigt. Die Produkte enthalten viel Plastik und saugfähiges Kunststoffgranulat. Die Frage ist also auch: Wie können Periodenartikel ökologisch und ökonomisch sein?

Alternativen zu OB, Binde und Co.

Ich möchte euch gerne einige Alternativen aufzeichnen, die ich selbst getestet habe und die mich überzeugt haben. Zunächst habe ich Plastik-Slipeinlagen aus meinem Alltag verbannt und bin auf Stoffslipeinlagen umgestiegen.

Die Einlagen haben drei verschiedene Druckknöpfe zur Einstellung der Größe. Sie lassen sich sogar ganz normal in der alltäglichen Wäsche mitwaschen und sie sind auch an Tagen ohne Menstruation möglich. Der angenehme Baumwollstoff ist im Gegensatz zur Slipeinlage aus Plastik atmungsaktiv, was ein angenehmes Tragegefühl ermöglicht.

Alternative der Menstruationstasse

Bei meiner Periode bin ich auf eine Menstruationstasse aus dem Drogeriehandel umgestiegen. Auch hier ist das Angenehme, dass der Cup nicht spürbar ist und keine Feuchtigkeit wie bei einem Tampon zu spüren ist. Zusätzlich zum Cup nutze ich Periodenunterwäsche.

Periodenunterwäsche im Test

Zuvor habe ich jahrelang Tampons und Binden genutzt und hatte oft ein unangenehmes Tragegefühl aufgrund von Feuchtigkeit, da das Plastik wenig atmungsaktiv war. Die Periodenunterwäsche hat mich sofort überzeugt. Sehr angenehm und sicher! Ich habe verschiedene Hosen, sodass ich bei Bedarf zeitig wechseln kann.

Es kann sinnvoll sein, die Slips nach Gebrauch mit klarem Wasser kurz durchzuspülen und sie dann in die dunkle Wäsche bei 60 Grad mitzuwaschen. Es müssen keine Extrawäschen verwendet werden – es sei denn, das ist einem lieber.

Periodenunterwäsche im Test – die Kombinationsmöglichkeiten

Da jede Periode individuell ist, lassen sich natürlich die Produkte auch kombinieren, sodass man bei der Verwendung von Tampons bleibt und die Binden durch Periodenunterwäsche ersetzt. Natürlich sind die Cups und auch die Periodenunterwäsche in der Anschaffung einmalig kostspieliger, aber sie sind über einen langen Zeitraum zu nutzen.

Die Müllersparnis lässt sich sofort bemerken und mich hat das Tragegefühl überzeugt. Bei schwächerer Periode können sogar lediglich Stoffbinden in schönem Design mit verstellbaren Knöpfen auch eine Alternative für freien Bluten bieten. Alles besser als sich ständig mit Plastik zu befassen und auch noch die Umwelt zu belasten.

Periodenunterwäsche im Test – mein persönliches Fazit

Wir Frauen sind von der Periode betroffen, ob wir wollen oder nicht. Um unseren Geldbeutel zu schonen und der Umwelt gleichzeitig einen Gefallen zu tun, sind nachhaltige, waschbare Periodenprodukte wie Stoffbinden, Menstruationstassen oder Periodenslips eine tolle Alternative.

Mich persönlich haben sie auf jeden Fall sofort überzeugt haben. Finanziell muss man einmalig um die 50 € einplanen, hat dann aber für Jahre keine weiteren Kosten, keinen Müll und vor allem ein atmungsaktives Tragegefühl mit natürlichem Material.

Periodenunterwäsche im Test – eure Erfahrungen?

Jetzt bin ich sehr gespannt auf eure Erfahrungen und Tipps. Seid ihr auch schon auf nachhaltige Alternativen umgestiegen? Was könnt ihr besonders gut empfehlen, welche Varianten haben für euch nicht gut funktioniert? Lasst mir doch gerne einen Kommentar dar. 

Mehr zu Nachhaltigkeit

Artikelbild: Unsplash / Annika Gordon

Zur Autorin

Marie hat sich schon im Studium mit Mode und Stil befasst. Sie schreibt liebend gerne über interessante Labels, die noch vor dem Durchbruch stehen. Für YouJoy testet sie außerdem Produkte aus den Bereichen Beauty und Ernährung. Darüber hinaus berichtet Marie über beliebte Urlaubsziele, Hotels und nachhaltiges Reisen.

2 Comments

Add Yours
  1. 1
    almaa5

    Ich schwöre auch auf Periodenunterwäsche . Die günstigen von nur die etc. tun es auch problemlos. Die sehr teuren Produkte habe ich noc hnicht ausprobiert. Muss meiner Meinung auch nicht sein .

  2. 2
    Janina*

    Super, dass jetzt so viel mit nachhaltigen Alternativen möglich ist. Und gewissermaßen gab es diese Möglichkeiten schon immer. Nur dachten wir zwischendurch, alles aus Plastik sei irgendwie besser. Was natürlich mega Unsinn ist….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert